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Interview - Ulmate zu Besuch bei Duft und Wärme

Duft und Wärme
Ulmate zu Besuch bei Duft und Wärme
  
Wer sich um seine Gesundheit und sein Wohlergehen selber sorgt, den führt der Weg zu Duft & Wärme. Das 1989 von Olaf Reichardt gegründete Unternehmen, welches er mit seiner Lebensgefährtin Andrea Prestele und 3 weiteren Mitarbeitern betreibt, ist eine Bereicherung für all diejenigen, welche etwas zur Entspannung suchen oder mit alternativen Mitteln versuchen ihr Wohlbefinden wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Mit Ätherischen Ölen, Edelsteinen, Symbolen, Gesprächen, Wasser, Klang u.v.m. findet jeder den passenden Weg für sich.

1. Was gefällt Ihnen an Ulm besonders?
Olaf Reichardt: 
Ulm hat für mich im Verhältnis zu anderen Großstädten eine sehr tolle Überschaubarkeit. Als Einwohner der Stadt hat man alles was man für den Alltag braucht kompakt beieinander. Die Touristen können einen Stadtbummel machen ohne sich zu verlaufen, da man dank dem Ulmer Münster als Orientierungshilfe immer weiß, wo man sich gerade befindet. Ulm ist einfach eine praktische, handliche Stadt *lacht*

2. Gründe warum Sie in Ulm sind?
Olaf Reichardt: 
Ich selbst bin mit ca. 10 Jahren von Hannover nach Ulm gekommen. Vor dem Umzug stand Würzburg oder Ulm zur Diskussion, da mein Vater im Forschungsinstitut AEG Telefunken tätig war. Da Ulm damals schon eine Walldorfschule hatte, viel die Entscheidung leicht, dass die neue Heimat Ulm werden würde.
Andrea Prestele: 
Ich bin damals fest in Ulm angekommen, als ich meine Heilpädagogikausbildung gemacht habe und mit Olaf zusammen gekommen bin. Ich muss sagen, dass ich mich in Ulm sehr wohl fühle.

3. Was wollten Sie schon immer gerne mal machen, sind aber leider noch nicht dazugekommen?
Olaf Reichardt: 
Die nähere Umgebung von Ulm noch mal genauer kennenlernen. Es gibt hier in der Umgebung so viel zu entdecken und zu sehen, damit würde ich mich doch sehr gerne wieder intensiver beschäftigen. Zur Schulzeit war man noch viel in der Umgebung unterwegs, aber im Berufsleben kommt das ein oder andere doch etwas zu kurz. Gerade auf der Schwäbischen Alb gibt es tolle Steinfunde, das ist schon etwas, was ich mir gerne noch mal genauer anschauen möchte.
Andrea Prestele: 
Ich bin auch so ein Natur Fan, allerdings kommen wir, wie Olaf schon sagte, nie so richtig raus. Die Umgebung hier ist wirklich sehr schön, also steht dies definitiv auch bei mir noch auf dem Plan, die Umgebung genauer zu erkunden.

4. Gibt es jemanden, den Sie gerne mal treffen würden?
Olaf Reichardt: 
Mahatma Gandhi und Martin Luther King. Über diese beiden habe ich öfters etwas gelesen und es sind 2 Personen die mich fasziniert und angesprochen haben. Das wäre sicherlich eine tolle Sachen gewesen, sich mit diesen Menschen mal näher zu unterhalten.
Andrea Prestele: 
Es gibt noch so viele interessante Menschen die ich treffen werde. Ich finde, dass jeder Mensch eine tolle Geschichte aus seinem Leben zu erzählen hat ... für mich ist das immer super interessant *lacht*. Das alles interessiert mich mehr, als Sachen aus der Vergangenheit oder Leute die ich eh nie treffen könnte.

5. Welche Musik hören Sie gerne?
Olaf Reichardt: 
Von Bach bis Tote Hosen. Meistens komme ich eh nur Sonntags zum Musik hören, da wir im Ladengeschäft unsere Entspannungsmusik haben. Am Wochenende darf es dann gerne auch mal was Klassisches oder auch Richtung Pink Floyd sein.
Andrea Prestele: 
Die Klänge und Geräusche in der Natur finde ich sehr wichtig, gerade auch für den eigenen Köper und den Menschen an sich selber. Entspannungsmusik höre ich auch sehr gerne, einfach um abzuschalten. Bei dieser Art von Musik kann man einfach auf einer ganz anderen Ebene sein, da man bei dieser Musik ohne Text nicht nachdenken oder reagieren muss, sondern einfach in sich gehen kann.

6. Dieses Buch sollte jeder gelesen haben:
Olaf Reichardt: 
„Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand.“ Es geht um einen Hundertjährigen der gerade ins Altersheim kam und dem alles zu viel ist. Durch einen Zufall kommt er an einen Koffer mit sehr viel Geld und daraus entwickelt sich dann eine ausschweifende Geschichte. Er nimmt das Leben einfach so wie es ist. Immer wieder kommt er in brenzlige Situationen, welche er einfach gelassen hinnimmt. Durch kleine Zufälle kommt, trotz aller Krisen, immer wieder die Lebensfreunde bei ihm zurück. Ein Buch das ich sehr empfehlen kann.
Andrea Prestele: 
Peace Food. In dem Buch wird aufgezeigt wie tierische Produkte (Fleisch, Milch usw.) in der Industrie erzeugt wird und was letztendlich der Köper nachher davon hat. Ich finde es sehr wichtig, dass man dieses Buch gelesen hat, weil man einfach wissen sollte was man isst. Da wir beide selbst Veganer sind, ist dies ein großes Thema, mit welchem wir uns auch beschäftigen. Ich selber sage mir, nicht jeder muss oder sollte Veganer sein, aber zumindest sollte man sich darüber informieren, was man den Tag täglich über das Essen zu sich nimmt. Es gibt eine ganz einfach Regel, das Essen sollte nährreich, bekömmlich und frei von be-lasten-den Stoffen sein ... wenn man dies beachtet, dann ist man schon auf dem richtigen Weg.

7. Was wollten Sie als Kind werden?
Olaf Reichardt: 
Mein Vater war Konstrukteur und hat ständig etwas gebaut und gebastelt, daher lag der Wunsch auch Konstrukteur zu werden sehr nahe. Gerade auch deswegen, weil ich in die ganzen Aktionen bei meinem Vater mit einbezogen war und mithelfen durfte ... das war einfach faszinierend in dem Alter.
Andrea Prestele: 
Als Kind wollte ich Eremit werden. Ich fand es damals faszinierend, wie man als einzelner Mensch abgeschieden von allen anderen in der Natur lebt und auch nur die Natur wahrnimmt. Auch die spirituellen Eindrücke welche Eremiten haben, haben mich beeindruckt, obwohl ich damals noch nicht genau wusste was "spirituell" wirklich ist. Ich finde es auch heute noch interessant, was es in der Natur alles zu entdecken gibt und sich nur darauf einzulassen ... wobei ich inzwischen Meilen weit entfernt bin Eremit zu werden. Was mir aber gerade noch einfällt, da Eremiten sehr naturverbunden sind, war dies wohl auch ein Grund warum ich schon als Kind Vegetarier geworden bin.

8. Was bedeutet Glück für Sie?
Olaf Reichardt: 
Innere Zufriedenheit und Wohlbehagen. Das im Leben zu tun was man auch wirklich möchte. Natürlich hat man seine Verpflichtungen wie jeder andere Mensch auch, aber das eigene Leben selbst zu gestalten, seine Freiheit und Freunde am Leben zu haben, da ist mir doch sehr wichtig.
Andrea Prestele: 
Freude, Lachen und Gelassenheit. Freude bezieht sich darauf, dass man sich an allen möglichen Dingen erfreuen kann, wenn man die entsprechende Grundhaltung und Energie aufbringen kann. Das empfinde ich als absolutes Glück, wenn ich Sachen in Freude annehmen kann. Lachen ist sowieso immer super und daraus entwickelt sich auch die Gelassenheit.

9. Ihr Motto für den Alltag:
Olaf Reichardt: 
"Jeder ist so wie er ist." Wenn jeder seine Mitmenschen so annimmt wie sie sind, dann würde man teilweiße viel friedlicher miteinander leben. Es bringt nichts, andere in eine Schablone pressen zu wollen, nur dass der andere einem dann selbst besser gefällt.
Andrea Prestele: 
"Jeder Augenblick kann Zufrieden machen." Wenn man manche Sachen und Augenblicke einfach mal so annimmt wie sie sind, kann vieles im Leben leichter laufen. Meiner Meinung nach, kann man mit diesem Motto sehr viel lösungsorientierter in allen Situationen agieren.

10. Wen oder was mögen Sie gar nicht?
Olaf Reichardt: 
Leute die meinen, dass sie immer Recht haben. Ich finde es nicht gut, wenn Leute meinen, dass nur das was sie erzählen das Richtige und Non-Plus-Ultra ist.
Andrea Prestele: 
Jeder Mensch hat seinen festen Standpunkt und eine Meinung zu Dingen, was ich auch sehr wichtig finde. Was ich nicht mag ist, wenn jemand sagt, dass sein Standpunkt für alle gültig ist und keine andere Meinung zulässt. Man sollte einfach tolerieren, dass jeder anders ist und nicht alle Menschen 1:1 gleich sind. Gerade Menschen, welche nicht kompromissbereit sind, stehen nicht nur anderen, sondern auch oft sich selbst im Weg und sind dadurch unzufrieden.

11. Wenn Sie Oberbürgermeister von Ulm wären, würden Sie ...
Olaf Reichardt: 
... anordnen, dass mehr öffentliche Mülleimer aufgestellt werden. Aktuell ist es ja schon viel besser als vor ein paar Jahren, aber wenn die Leute keine oder zu wenig Mülleimer in der Stadt haben, dann ist es ja fast schon normal, dass diese ihren Müll anderweitig entsorgen ... sei es die Sachen auf den Boden zu werfen oder in die Blumenkübel. Meiner Meinung nach wird das Stadtbild mehr durch herumliegenden Müll verschandelt, als durch ein paar mehr Mülleimer.
Andrea Prestele: 
... zu mehr Toleranz anregen. In Ulm ist, im Gegensatz zu Neu-Ulm, an der Donau der Fahrrad und Fußgängerweg getrennt. In Neu-Ulm schaffen es die Leute auf einer Strecke friedlich und gelassen miteinander zu fahren und zu laufen ... in Ulm wiederrum pocht jeder penetrant auf seine Wegerecht und wenn man z.B. als Fußgänger mal ein bisschen zu näh an den Fahrradweg kommt, wird gleich losgeschimpft. Diese Abgrenzung finde ich schlecht, weil es zu weniger Toleranz führt. Da Ulm im innersten sehr nett und gemütlich ist, würde die Anregung zu mehr Toleranz sicherlich gut passen, da langfristig alle etwas davon haben. Was die baulichen Maßnahmen angeht, würde ich schauen, dass Ulm sein Flair behält und nicht zur zugebauten Businessmetropole umgebaut wird. Ulm mit seinen Gassen und seinem Altstadtflair ... das ist das was die Leute wirklich lieben.

12. Was wünschen Sie sich für die Zukunft, persönlich und global?
Olaf Reichardt: 
Persönlich wünschen ich mir mehr Ruhe und Gelassenheit. Es gibt immer wieder Situationen, wo man mal gestresst ist oder sich ein bisschen ärgert ... wenn man dem mit Gelassenheit entgegentreten kann, dann hat man automatisch mehr Ruhe und Gleichgewicht im Leben. Global wünsche ich mir weniger Fleischesser. Seit wir beide dieses Tierhaltungsbuch gelesen haben, hatten wir uns dazu entschieden, beide mal für 6 Wochen die vegane Lebensart auszuprobieren ... ganz ohne Stress, einfach zum ausprobieren ob es einem überhaupt gut tut. Ich muss sagen, dass es mir seit her einfach besser geht und auch vieles leichter von der Hand geht. Ich kann nur empfehlen, dass man es einfach mal ausprobieren sollte.
Andrea Prestele: 
Persönlich wünsche ich mir mehr Tiefe, einfach Dinge im Leben tiefgründiger zu durchdenken, weil dadurch einfach mehr herauskommt. Hier möchte ich mir in Zukunft auch einfach die Zeit dazu nehmen, da ich dies als erstrebenswertes Ziel sehe. Global wünsche ich mir mehr Achtung des Menschen vor anderen Lebensformen und vor der eigenen. Hierbei meine ich auch die Haltung von Haustieren, da manche mit ihnen nicht Artgerecht umgehen. Als letzten Punkt möchte ich noch sagen, dass auch die Tiere in der Natur sehr wichtig sind. Manchmal merken die Menschen erst dass das Vogelgezwitscher fehlt, wenn alles zugebaut und planiert wurde. Wenn die Leute im im Hier und Jetzt schon mehr von der Natur wahrnehmen würden, dann müsste nicht erst die Natur komplett verstummen, bis es überhaupt jemanden auffällt, dass manche Dinge in die falsche Richtung laufen.
Wir bedanken uns herzlich bei Olaf Reichardt und Andrea Prestele für das freundliche Interview.