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Interview - Ulmate zu Besuch bei Engagiert in Ulm e.V.

Engagiert in Ulm e.V.
Ulmate zu Besuch bei Engagiert in Ulm e.V.
  
Am 5.12.2010 wurde die Freiwilligenagentur "Engagiert in Ulm e.V." eröffnet, bei welcher man sich persönlich rund um Freiwilligenengagemement in Ulm informieren kann. Die Agentur besteht aus 10 ehrenamtlichen Mitarbeitern, 3 ehrenamtlichen Vorständen sowie der Leiterin Frau Mreisi mit einer 75% Hauptamtstelle. Die Besonderheit der Agentur besteht darin, dass nicht nur Freiwillige vermittelt werden, sondern auch die Agentur selbst mit ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben wird. Aktuell kooperiert der Verein mit ca. 100 gemeinnützigen Einrichtungen aus der Region.

1. Was gefällt Ihnen an Ulm besonders?
Gabriele Mreisi: 
Mir gefällt allein schon die Stadt an sich, besonders aber das Donauufer, welches ich unheimlich schön finde. Ich sitze gerne am Ufer und schaue auf den Fluss ... das hat etwas beruhigendes und gleichzeitig etwas belebendes. Auch die Vielfalt an kulturellen Angeboten ist sehr gut, ich bin gerne im Theater, auf Veranstaltungen vom Kunstwerk e.V., im Ulmer Zelt und auch im Roxy. Was Kultur angeht ist Ulm sehr lebendig und vielfältig, das muss man wirklich sagen.

2. Gründe warum Sie in Ulm sind?
Gabriele Mreisi: 
Ich habe mit meinem Mann zusammen am Bodensee in Konstanz studiert. Nach dem Studium sind wir zusammen nach Pforzheim gezogen. Dort hat es uns allerdings nicht so wirklich gefallen, weswegen wir uns umorientiert haben. An dem Tag, als sich mein Mann in Ulm beworben hatte, bin ich damals mit nach Ulm gekommen und habe mich währenddessen auf dem Münsterplatz umgesehen. Schon die ersten Eindrücke der Stadt haben mir sehr gut gefallen. Nun sind wir schon seit 27 Jahren hier und mir gefällt es immer noch wie am ersten Tag.

3. Was wollten Sie schon immer gerne mal machen, sind aber leider noch nicht dazugekommen?
Gabriele Mreisi: 
Ich wollte schon immer mal mit meinem Mann einen Tanzkurs machen ... und das werden wir auch noch tun *lacht*

4. Gibt es jemanden, den gerne Sie getroffen hätten?
Gabriele Mreisi: 
Fan von einer bestimmten Person bin ich jetzt nicht direkt. Allerdings fasziniert es mich sehr, wenn jemand Musik, speziell Opern komponieren kann. Ich selbst spiele kein Instrument und kann auch nur subjektiv sagen, welche Musik mir gefällt. Deswegen wäre es sicherlich interessant, wenn ich mal einen der früheren Komponisten getroffen hätte, wie z.B. Verdi oder Beethoven. Mich würde schon sehr interessieren, welche Kreativität und Fähigkeiten man haben muss, um solche Werke erschaffen zu können.

5. Welche Musik hören Sie gerne?
Gabriele Mreisi: 
Eigentlich Querbeet, Jazz, Opern und Weltmusik. Als Jugendliche habe ich sehr gerne Liedermacher gehört, damals war ich ein großer Fan von Konstatin Wecker und Reinhard Mey. Bei den Bands stand Cleans Clearwater ganz oben. Vor kurzen war ich bei Götz Alsmann im Ulmer Zelt. Ich kannte ihn bisher nur als TV Moderator von "Zimmer frei" ... ihn und seine Band muss man mal live gesehen haben, der ist wirklich richtig gut.

6. Dieses Buch sollte jeder gelesen haben:
Gabriele Mreisi: 
Ein Buch das mich mein Leben über so begleitet hat und in welches ich auch immer mal wieder reinschaue, ist "Khalil Gibran - der Prophet". Der Prophet in diesem Buch wird von Leuten befragt zu verschiedenen Themen aus dem Leben, wie z.B. Freundschaft, Ehe, Tod. Dieser beschreibt diese Dinge sehr poetisch und in kurzen Weisheiten, welche sehr beeindrucken sind ... gerade auch deswegen, weil es wirklich wunderschön geschrieben ist. Ich habe das Buch schon über 25 Jahre, inzwischen gibt es schon mehrere Auflagen davon. Bei diesem Buch kann ich auf jeden Fall empfehlen, mal einen Blick hineinzuwerfen.

7. Was wollten Sie als Kind werden?
Gabriele Mreisi: 
Als Kind direkt weiß ich es nicht mehr so genau, aber gegen später sollte es dann etwas mit Reisen und Länder sein. Ich dachte damals über ein Ethnologie-Studium nach, bin dann aber bei Geschichte und Politik gelandet mit dem Schwerpunkt Altorientalistik. Damals hatte ich sogar die älteste semitische und die älteste indogermanische Sprache gelernt. Etwas was man vielleicht heute im Alltag nicht wirklich braucht, aber mich hat dies damals unheimlich fasziniert.

8. Was bedeutet Glück für Sie?
Gabriele Mreisi: 
Glück für mich ist, in der Lage zu sein, ein normales Leben führen zu dürfen. Begegnungen im Alltag, soziale Bindungen und meine Familie empfinde ich ebenfalls als Glück. Vielen Leuten ist es oftmals nicht bewusst, was für ein Glück sie haben. Gerade die ältere Generation musste noch Krieg und Flucht miterleben, hier können wir uns alle glücklich schätzen, dass wir uns in einem friedlichen Umfeld bewegen können.

9. Ihr Motto für den Alltag:
Gabriele Mreisi: 
Jeder Tag beginnt neu für mich und bringt etwas neues.

10. Wen oder was mögen Sie gar nicht?
Gabriele Mreisi: 
Wenn Leute im Alltag unfreundlich oder "schimpfig" auf einen zukommen. Oft klären sich Dinge wesentlich schneller und angenehmer, wenn man normal miteinander spricht. Hier wünsche ich mir manchmal ein bisschen mehr Leichtigkeit und Freundlichkeit von diesen Leuten. Glücklicherweise ist bei uns im Verein und auch an der vh eine sehr gute Stimmung, die ich auch zu schätzen weiß.

11. Wenn Sie Oberbürgermeister von Ulm wären, würden Sie ...
Gabriele Mreisi: 
In Ulm sollte es mehr öffentliche Plätze geben wo sich Menschen begegnen können. Man sollte nicht alles so zubauen wie es aktuell gemacht wird. Gerade diese neuen großen Häuserschluchten, in welchen man nicht mal mehr das Münster sehen kann, dämpfen etwas das ursprüngliche Flair von Ulm. Hoffen wir mal, dass diese städtebauliche Entwicklung nicht ausartet.

12. Was wünschen Sie sich für die Zukunft, persönlich und global?
Gabriele Mreisi: 
Das Engagiert in Ulm weiter bekannt wird und die Leute weiterhin einen Nutzen davon haben. Schön wäre es, wenn Engagiert in Ulm irgendwann so bekannt wie das Ulmer Müster ist *lacht*. Global gesehen wünsche ich mir mehr Verteilungsgerechtigkeit, dass die Menschen auf der Welt in zumindest durchschnittlich guten Lebenssituationen leben können. Hier bräuchten vermutlich auch sehr viele Menschen mehr Mut, um dieses Zustand verwirklichen zu können ... viele unterschätzen, wie viel man gemeinsam bewegen kann, wenn man nur möchte.
Wir bedanken uns herzlich bei Gabriele Mreisi für das freundliche Interview.