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Interview - Ulmate zu Besuch bei Geydan-Gnamm

Geydan-Gnamm
Ulmate zu Besuch bei Geydan-Gnamm
  
Im Jahr 1994 übernahm Petra Gnamm, zusammen mit ihrem Mann Ralf Gnamm, die von ihrem Vater "Klaus Geydan" im Jahr 1965 gegründete Metzgerei. Inzwischen wurde das Angebot um einen umfangreichen Catering- und Partyservice erweitert. Das Unternehmen beschäftigt aktuell knapp 90 Mitarbeiter. Ein Spruch, der die Unternehmensphilosophie auf den Punkt bringt ist: "Du kommst rein und alles ist lecker", bei Geydan-Gnamm "isst" die Welt noch Ordnung.

1. Was gefällt Ihnen an Ulm besonders?
Petra Gnamm: 
Die Doppelstadt Ulm/Neu-Ulm ist, wie ich finde, eine liebenswerte Stadt mit liebenswerten Menschen ... ich lebe sehr gern hier.

2. Drei Gründe warum Sie in Ulm sind?
Petra Gnamm: 
Ich könnte mir ein Geschäft, wie das unsere, weder in einer anonymen Großstadt, noch auf dem Land vorstellen. So wie wir uns hier präsentieren können, sind wir richtig am Platz. Das persönliche Verhältnis zu den Kunden, das man sich in Ulm untereinander kennt, sowie das herzliche an unserer schwäbischen Mentalität, das finde ich einfach schön. Es ist nicht so wie in Hamburg oder Berlin, wo alles sehr anonym ist. Ebenso hat Ulm eine tolle geografische Lage, man kommt überall schnell hin wo es ebenfalls schön ist, sei es München, an den Bodensee oder zum Skifahren.

3. Was wollten Sie schon immer gerne mal machen, sind aber leider noch nicht dazugekommen?
Petra Gnamm: 
Ich war noch nie in Amerika. Mein Mann und ich wollten schon immer gerne mal mit dem Schiff nach Amerika fahren. Leider braucht man dafür viel Zeit und die haben wir aktuell nicht, da müssen wir uns noch ein paar Jahre gedulden. Ich freue mich aber auf jeden Fall schon drauf, wenn es mal soweit ist ... es ist jetzt schon eine schöne Vorstellung, irgendwann mal mit einem Kreuzfahrtschiff in Hamburg abzulegen und in New York anzukommen.

4. Gibt es jemanden, den Sie gerne mal treffen würden?
Petra Gnamm: 
Diese Entscheidung habe ich vor 2 Jahren mal getroffen *lacht*. Ich würde so gerne mal den Herrn Schuhbeck und den Herrn Lafer treffen! Was mich brennend interessieren würde, sind ihre Beweggründe, für eine Fastfoodkette Werbung zu machen. Ich werde das nie vergessen, wir sind gerade im Auto auf der Heimreise aus einem Österreichurlaub gesessen ... und dann kam diese eben besagte Werbung. Es war für mich ein Ding der Unmöglichkeit, dass die Küchenpäpste schlechthin, welche immer predigen gesundes und wertige Essen zu kreieren, für ein Fastfood Restaurant Werbung machen, bei welchem die Nährwerte schon sehr fraglich sind. Wenn ich ehrlich bin, haben die beiden dadurch, auf einen Schlag, etwas von meiner Achtung verloren, da in diesem Fall die beiden einer "Profitgier" unterlegen sind.

5. Welche Musik hören Sie gerne?
Petra Gnamm: 
Mein Musikgeschmack ist eigentlich ziemlich breit gefächert. Was ich aber ganz gerne höre, ist einfache instrumentale Entspannungs-Musik, weil diese mich sehr gut von meinem Stresspegel runterbringt. Durch Musik von 100 auf 0 runterzukommen ... das hat schon was. *lacht*

6. Dieses Buch sollte jeder gelesen haben:
Petra Gnamm: 
Es gibt ein Buch mit dem Titel "Danke und werde glücklich", welches ich sehr oft und sehr gerne zur Hand nehme. Es ist ein Buch mit vielen Lebensweisheiten, schönen Sprüchen, Zitaten und kleinen Geschichten, welche auf unwahrscheinlich viele Lebenssituationen passen. Für mich ist es ein Lehr- und Motivationsbuch zugleich, welches ich auch gerne weiterverschenke. Ich würde sagen, es ist ein sehr wertvolles Buch, weil es einfach immer wieder gut tut darin zu lesen. Romane und sonstige Bücher lese ich eigentlich ausschließlich im Urlaub, da ich sonst leider nicht wirklich dazukomme.

7. Was wollten Sie als Kind werden?
Petra Gnamm: 
Ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern, was ich als Kind werden wollte. Ich habe schon bald gerne mit dem zu tun gehabt, was ich jetzt berufliche mache. Als Kind bin ich da auch nicht geschont worden und musste kräftig mithelfen bei uns hier im Betrieb *lacht*, wobei das nie eine Last war. Ich bin somit sehr gut in meinen Beruf hineingewachsen.

8. Was bedeutet Glück für Sie?
Petra Gnamm: 
Glück ist für mich ein gemeinsames Frühstück mit der ganzen Familie am Sonntag, das geht wirklich ewig bei uns. Dort haben wir, zusammen mit unseren Kindern, die interessantesten und lustigsten Gespräche, das gibt mir unheimlich viel. Manchmal sitzen wir noch um 2 Uhr Nachmittags zusammen *lacht*. Glück ist für mich auch, durch einen Wald zu laufen ... das gibt mir unheimlich viel Kraft! ... als letzten Punkt würde ich sagen, dass ein gut zubereitetes Essen ebenso Glück für mich ist, weil ich das wirklich genieße. Hierbei ist es eigentlich egal, ob es etwas von mir selbst Gekochtes oder ein Essen im Restaurant ist, das i-Tüpfelchen ist dann noch Kerzenschein und ein schönes Glas Wein dazu.

9. Ihr Motto für den Alltag:
Petra Gnamm: 
Ich sage immer, man bekommt immer nur das zurück was man gibt ... und wenn man das was man macht, gerne macht, dann hat das auch Erfolg. Wenn man die Lust nicht verliert, in dem was man tut, und sich gut aufgehoben fühlt an dem Platz wo man ist, dann passt auch alles weitere.

10. Wen oder was mögen Sie gar nicht?
Petra Gnamm: 
Die dreisten Betrüger in unserer Lebensmittelbranche, die das Vertrauen der Verbraucher kaputt machen und die uns in unseren Grundsätzen als handwerklichen Metzgereibetrieb wirklich erschüttern. Kein Mensch braucht einen Pferdefleischskandal! Was ich noch viel schlimmer finde, ist die Masche mit den falsch deklarierten Bio-Eiern, das geht meiner Meinung nach gar nicht ... solche Machenschaften finde ich verachtenswert. Wenn man durch den Supermarkt läuft und die ganzen Bio-Siegel auf den Eierverpackungen sieht, dann sollte einem schon der gesunde Menschenverstand sagen, dass es so viele freilaufende Hühner bei uns in Deutschland gar nicht geben kann, und spottbilliges Fleisch nicht aus Biohaltung kommen kann. Regionalität, ob bei Obst, Gemüse oder Fleisch, ist meiner Ansicht nach das wirklich gelebte Bio. Dort weißt man wo die Produkte her kommen, weil eine Person bzw. ein Betrieb direkt dahintersteht. Bei "den Großen" fühlt sich nach der zweiten Station doch niemand mehr verantwortlich. Meiner Meinung nach gehört die "Geiz ist geil" Mentalität absolut nicht in die Lebensmittelbranche . Lebensmittel sind ein äußerst wertvolles Gut und sollten von den Discountern nicht als günstige "Lockartikel" verramscht werden, nur um Kunden in den Laden zu locken.

11. Was wünschen Sie sich für die Zukunft, persönlich und global?
Petra Gnamm: 
Für die Zukunft wünsche ich mir eine Bewusstseinsänderung im kulinarischem Sinne ... Mit jedem Bissen können wir alle ein klein wenig die Welt verändern und dreimal täglich selbst abstimmen. Dies beginnt beim Kauf von Produkten von Firmen, die ihre Arbeiter, Tiere und die Umwelt mit Respekt behandeln, saisonale Lebensmittel zu wählen bis hin zur Frage nach deren Herkunft. Und ganz, ganz wichtig: Kocht gemeinsam mit euren Kindern und Enkeln! Der Geschmack der Kindheit ist etwas, das man nie wieder vergisst. Eine dampfende Suppe, ein Festtagsbraten, ein duftender Gugelhupf auf dem gedeckten Tisch. All dies sind lebendige Erinnerungen, die man ein Leben lang in sich trägt ... Kurzum: "back to basics"! Für meine persönliche Zukunft wünsche ich mir schlicht und einfach Gesundheit. Nicht nur für mich, sondern ganz besonders für meine ganze Familie!
Wir bedanken uns herzlich bei Petra Gnamm für das freundliche Interview.