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Interview - Ulmate zu Besuch bei Leder Eberhart

Leder Eberhart
Ulmate zu Besuch bei Leder Eberhart
  
Im Jahr 2008 eröffnete Birgit Ouzay die Ulmer Filiale von "Leder Eberhart", welche sich auf Trachten- und Lederbekleidung spezialisiert hat. Das Haupthaus befindet sich in Bad Hindelang und besteht bereits seit 110 Jahren. Frau Ouzay fungiert seit der Eröffnung als Managerin des Ladengeschäftes und kümmert sich, neben ihren 5 Mitarbeitern, um alle Belange der Kunden. Dirndl und Lederhosen gibt es in allen Größen und Sorten, sowohl trendig als auch klassisch. Somit können sich sowohl Kinder, Eltern, als auch die Großeltern auf die passenden Kleidungsstücke vor Ort freuen.

1. Was gefällt Ihnen an Ulm besonders?
Birgit Ouzay: 
An Ulm gefällt mir besonders, dass es diese viele kleinen Gassen mit den schnuckeligen Geschäften gibt ... und nicht nur die großen Kaufhäuser. Kulturell ist ebenso einiges geboten, wodurch Ulm ein sehr gutes Flair hat.

2. Gründe warum Sie in Ulm sind?
Birgit Ouzay: 
Wir haben in Ulm aus oben genannten Gründen die Filiale eröffnet ... natürlich auch deswegen weil es in Ulm noch kein Geschäft für Trachtenbekleidung gab. Ich bin also sozusagen aus beruflichen Gründen in Ulm. Das gute ist, dass ich jeden Tag, an dem ich in der Filiale bin, auch wieder nach Hause fahren kann. Ich wohne mit meinem Mann in der Nähe von Laupheim.

3. Was wollten Sie schon immer gerne mal machen, sind aber leider noch nicht dazugekommen?
Birgit Ouzay: 
Also ein Amerika-Trip liegt mir schon noch sehr am Herzen, einfach mal quer durch das Land zu fahren. Muss jetzt gar nicht mal New-York oder Hollywood sein, sondern ich würde einfach gerne mal die Mentalität der Leute dort kennen lernen.

4. Welche Musik hören Sie gerne?
Birgit Ouzay: 
Bevorzugt höre ich gerne Rock. Peter Maffay, Pur oder auch mal zünftige Musik im Bierzelt stehen natürlich auch immer wieder auf dem Plan ... aber alles in allem bin ich schon eher "rockiger" angehaucht. Wobei ich hier sagen muss, dass es schon noch verträglicher Hardrock sein sollte, so ganz extreme Sachen höre ich dann wiederum auch nicht. *lacht*

5. Was wollten Sie als Kind werden?
Birgit Ouzay: 
Da ich bei uns im Geschäft in Bad Hindelang aufgewachsen bin, habe ich natürlich auch jahrelang mitverfolgen können, wie unser damalige Dekorateur unsere Schaufensterpuppen an und ausgezogen hat ... das war als Kind schon wirklich etwas faszinierendes. Deswegen wollte ich als Kind auch Dekorateurin werden. Verwirklicht habe ich es dann allerdings nicht, weil ich später Leder-Schneiderin gelernt habe. Natürlich habe ich jetzt den riesen Vorteil, dass ich unsere Kunden ehrlich und kompetent beraten kann, da man letztendlich doch einen ganz anderen Blick für die Passform der Bekleidung hat ... und das dekorieren unseres Schaufensters mache ich ja auch selbst, somit ist doch ein klein wenig von meinem damaligen Traumberuf wahr geworden *lacht*

6. Was bedeutet Glück für Sie?
Birgit Ouzay: 
Glück definiere ich eigentlich damit, dass man mit sich selbst zufrieden ist ... und natürlich die Menschen um einen herum, welche einen zu diesem Glück verhelfen. Eine intakte Familie, einen vernünftigen Mann und gesunde Kinder gehören ebenfalls zum Glück. Gerade bei den Kindern kann man sich glücklich schätzen, wenn diese einen geradlinigen Weg einschlagen und nicht auf die schiefe Bahn geraten. Meine beiden Kinder mit 15 und 17 sind meiner Meinung nach sehr wohl geraten und wissen ihren Weg auch zu meistern. Da wird einem auch eine große Last als Elternteil genommen, nicht das Gefühl haben zu müssen, etwas falsch gemacht zu haben. Als letztes möchte ich dazu sagen, dass es auch ein riesen Glück ist im hohen Alter noch körperlich und geistig fit zu sein, da dies ebenfalls keine Selbstverständlichkeit ist.

7. Ihr Motto für den Alltag:
Birgit Ouzay: 
Meine Aufgaben als Mutter, Ehefrau, Familienmensch, Geschäftsfrau, Kollegin und Chefin gut zu meistern, ohne dass ich dabei selbst komplett auf der Strecke bleibe. Ich glaube das umschreibt es ganz gut, bei all den Aufgaben einfach die Balance zu halten.

8. Wen oder was mögen Sie gar nicht?
Birgit Ouzay: 
Was ich gar nicht mag ist, wenn Sachen an mich heran getragen werden, die eigentlich komplett irrelevant sind, um überhaupt damit belastet zu werden. Dann gibt es auch die Leute im privaten Bereich, die sich nur melden wenn sie etwas brauchen ... das merkt man bei manchen Leute ganz extrem. Eigentlich sollten die Leute von sich aus sehen, dass man selbst genug um die Ohren hat und nicht die Gutmütigkeit anderer ausnutzen. Auch bei anderen Leuten sehe ich öfters, wie sie von anderen ausgenutzt werden und so etwas ärgert mich extrem ...

9. Was wünschen Sie sich für die Zukunft, persönlich und global?
Birgit Ouzay: 
Ich würde mir wünschen, dass die innerdeutsche Bedürftigkeit mehr Beachtung findet. Gerade die Aktion "Ulms kleine Spatzen" macht eine sehr tolle Aktion um bedürftigen Kindern in der Region zu helfen. Auch die Aktion von Herrn Riedmüller an Weihnachten/Silvester fand ich auch ganz toll und es wurde von den Leute, wie man sieht, auch angenommen. Es gibt in Deutschland zwar viele Institutionen, welche bedürftigen Leuten helfen, aber es ist oft zu wenig was getan werden kann. Spenden ins Ausland halte ich zwar für sinnvoll, aber man darf dabei nicht die Hilfe im eigenen Land vergessen. Wenn die Leute auf der ganzen Welt verständnisvoller und respektvoller miteinander umgehen würden, dann gäbe es in Zukunft sicherlich auch weniger Kriege, weniger Streit und weniger Auseinandersetzungen ... das würde der ganzen Welt in allen Bereichen zu Gute kommen.
Wir bedanken uns herzlich bei Birgit Ouzay für das freundliche Interview.