Ulmate.com - Das Netzwerk fuer Ulm, Neu-Ulm und die Region

Interview - Ulmate zu Besuch bei Picslocation

Picslocation
Ulmate zu Besuch bei Picslocation
  
Im Jahr 2009 gründete der Fotograf Peter Neher sein Fotostudio Picslocation in der Schwilmengasse 13 in Ulm. Seine Lebensgefährtin Anita Gall ist für den Bereich Grafikdesign im Unternehmen verantwortlich. Das inzwischen 6 köpfige Team deckt alle Belange rund um das Thema Fotografie ab, sowohl für Privatkunden als auch im Bereich Businesskunden. Im Geschäftsbereich sind gerade Image-Filme schwer angesagt, im privaten Bereich nach wie vor die Hochzeitsfotografie, Bewerbungsbilder und Fotoshootings. Das Motto von Picslocation ist: "Bilder die nicht jeder macht, die machen wir!".

1. Was gefällt Ihnen an Ulm besonders?
Peter Neher: 
Ulm hat neben den ganzen wunderschönen verträumten Plätzen auch wunderbare und tolle Menschen. Deshalb ist Ulm für mich auch Heimat, seit ich denken kann. Die Arbeitslosenquote und Kriminalität ist sehr niedrig, zudem die Kaufkraft in der Region extrem hoch ... das ist optimal für alle die in der Region leben. Wenn man ein wenig in Google nach der "schönsten Stadt Deutschlands" sucht, wird man früher oder später an Ulm nicht vorbeikommen. Das liegt vor allem auch daran, dass Ulm sehr viel zu bieten hat ... vom Kulinarischen, über Discotheken bis hin zum Kulturellen ist alles vorhanden. Ich kenne eigentlich auch nur wenige Leute die aus Ulm weggezogen sind und nicht irgendwann wieder nach Ulm zurückgekommen sind.

2. Gründe warum Sie in Ulm sind?
Peter Neher: 
Wir sind mit Ulm sehr verbunden, da wir auch aktuelle Themen und Veranstaltungen in der Region begleiten. Die Oldtimer Rally "Donau Masters", das Weinfest und der Ulmer Winterzauber sind nur wenige Beispiele die sich jedes Jahr erfolgreich wiederholen. Auch die Geschäftspartner mit welchen wir seit Jahren erfolgreich zusammen arbeiten sind natürlich eine solide Grundlage für unseren Erfolg in Ulm. Vom Kleinunternehmen bis hin zum Großkonzern begleiten wir viele Unternehmen in fotografischer Hinsicht. Auch die Produktion von Imagefilmen oder Kinowerbung für die Region ist fester Bestandteil unserer täglichen Arbeit.

3. Was wollten Sie schon immer gerne mal machen, sind aber leider noch nicht dazugekommen?
Peter Neher: 
Wir hatten ja schon viele Stars und Sternchen vor der Kamera, Rennfahrer Michael Schuhmacher und Sebastian Vettel, Luna, Alexandra Stan und viele mehr. Wen ich sehr gerne noch vor der Kamera hätte, wären die Klitschkos ... und zwar beide *lacht*. Das ist eine Sache wo ich leider noch nicht dazu kam, da sich die Gelegenheit noch nicht ergeben hat. Auf jeden Fall ein Ziel welches ich die nächsten 1-2 Jahre noch ganz groß verfolgen werde. Es ist natürlich eine sehr große Herausforderung, da die Klitschkos nicht jeder vor die Kamera bekommt. Wer mich kennt weiss, das es mir Spaß macht, große Ziele zu verfolgen und umzusetzen.

4. Gibt es jemanden, den Sie gerne mal treffen würden?
Peter Neher: 
Mahatma Gandhi ... ich glaube das wäre ein ganz tolles Gespräch geworden zwischen uns beiden. Obwohl hier natürlich kein Vergleich stattfindet , haben wir doch eine ganz ähnliche Lebensphilosophie. Mich fasziniert was dieser Mensch bewegt hat, seine Lebensweise, seine Lehre und das was er den Menschen mitgegeben hat.

5. Welche Musik hören Sie gerne?
Peter Neher: 
Musik höre ich immer stimmungsbezogen. Im trüben Herbst hört man einfach andere Musik als im frohen Sommer. Diese Sommer stand bei mir sehr viel Happy Music und HipHop auf dem Plan ... jetzt wo es wieder auf den Winter zugeht kommen wieder mehr die schönen und ruhigen Balladen und Klassiker aus den 80ern ins Spiel.

6. Dieses Buch sollte jeder gelesen haben:
Peter Neher: 
Es ist eigentlich kein Buch, sondern eine Sammlung von wunderschönen Gedichten für´s Herz von Erich Fried mit dem Namen "Was bist du mir?". Dort findet man sehr viele Halbwahrheiten, welche jeder für sich selber definieren kann. Ich denke dieses Buch sollte man auf keinen Fall verpassen.

7. Was wollten Sie als Kind werden?
Peter Neher: 
Da gibt es eine kleine Geschichte dazu. Im ersten Jahr, als wir in der Schule Religionsunterricht hatten, mussten wir ein Bild von Gott malen. Ich hatte damals die "liegende Acht" als Symbol für die Unendlichkeit gemalt, da dies meine Assoziation zu Gott war. Mein Lehrer kam damals zu mir und meinte "Ah, ein Fotograf" ... dies war bezogen auf den unendlichen Focus beim Fotografieren. Von dem her waren die Weichen eigentlich schon sehr früh gestellt. Einen Kinderwunsch wie Feuerwehrmann usw. hatte ich eigentlich nie. Ich selber fotografiere seit ich vier bin, auch wenn ich damals die Kamera noch kaum halten konnte und die Ergebnisse auch mehr als bescheiden waren. Um es kurz zu machen, für mich war es schon immer klar, dass ich Fotograf werden würde.

8. Was bedeutet Glück für Sie?
Peter Neher: 
Was für eine philosophische Frage. Glück definiert sich für mich in keinster Weise in Geld oder Materialismus, das ist für mich ganz weit weg. Glück definiert sich für mich darüber, dass ich Morgens glücklich neben meiner Frau aufwache und alle Möglichkeiten der Welt habe etwas zu tun ... den Tag so zu gestalten wie ich ihn gerne hätte und mit Freude in mein Studio gehe. Glück hat für mich auch sehr viel mit Freiheit, freier Meinungsäußerung, Philosophie, Kunst, Beziehung und Liebe zu tun. Wenn ich eine Million auf meinem Konto hätte, glaube ich nicht dass ich dadurch glücklich wäre. Ich hatte schon hin und wieder die Chance viel Geld zu machen, habe dies aber bewusst abgelehnt, da ich glaube, dass es das aktuelle Glück auf längere Sicht zerstört hätte und mir dadurch mehr genommen als gegeben hätte. Letztendlich reden wir hier auch über bunt bedrucktes Papier ... nicht mehr und nicht weniger.

9. Ihr Motto für den Alltag:
Peter Neher: 
Wer nicht weiß was er will, kriegt das was er bekommt. Wir haben in der Woche zwischen 30-50 Bewerbungsbilder aus den unterschiedlichsten Richtungen. Schwierig wird es, wenn der Kunde nicht genau weiß, für was für eine Stelle das Bewerbungsbild sein soll. Als Tipp gebe ich dann immer, dass er sich an eine Situation erinnern soll in der er richtig glücklich war ... und aus diesem Moment soll er eine Tätigkeit ableiten, vielleicht ergibt sich aus dieser Tätigkeit ein passendes Berufsbild. So kann man auch als Fotograf den ein oder anderen Tipp für´s Leben geben.

10. Wen oder was mögen Sie gar nicht?
Peter Neher: 
Es gibt eine Handvoll Neider, die ich einerseits ein klein wenig belächle, andererseits auch mag und sympathisch finde, da sie uns sehr viele neue Kunden bringen, weil sie neugierig machen. Picslocation hat sich in den letzten Jahren ein klein wenig als Szene Treffpunkt herauskristallisiert, und klar, das man dort jedes Gerücht als einer der ersten mitbekommt. Wir reagieren hier in der Regel nicht darauf und nehmen viel mit Humor. Wir haben nie schlecht über den Mitbewerber gesprochen, weil es uns auch nicht wirklich interessiert. Wir wollen auch gar nicht die Größten und Tollsten sein ... nur diejenigen, zu denen der Kunde gerne kommt, weil wir all das bieten, was woanders nicht möglich ist ... und das haben wir ganz gut geschafft. Was ich allerdings nicht mag, wenn es einfach nur schlechte Lügen sind, welche unter die Gürtellinie gehen und unfair sind. Egal ob es hierbei um Picslocation oder auch um den Menschen Peter Neher geht. Da wir allerdings immer wissen woher diese Gerüchte kommen, gehen wir auch hierbei sehr entspannt und professionell damit um. Die Erfolgsgeschichte Picslocation zeigt, das es nie notwendig war, jemanden schlecht zu machen. Wenn es nur kreative Gerüchte mit Witz, Charme und Humor sind, dann lachen wir natürlich drüber und reagieren gegeben falls drauf, dann ist die Sache auch wieder erledigt.

11. Mit welcher Ausrüstung arbeitet man bei Picslocation?
Peter Neher: 
Wir haben sehr viele verschiedene Kameras, Objektive, Blitzlichter und ein hochmodernes digitales Drucklabor. Mein "Lieblingskind" ist zur Zeit die Nikon D4. Selbst mit Kameras die zum Teil mehr kosten als ein Auto, lassen sich keine besseren Bilder machen, wenn man fotografieren kann. Aber in sehr schwierigen Situationen, wenn es zum Beispiel nur sehr wenig Licht gibt oder alles unglaublich schnell gehen muss, ist es natürlich eine Hilfe, das absolute Optimum aus einem Bild zu holen. Lebendiges Licht bringt einfach viel mehr Natürlichkeit mit, wie totes Studiolicht. Wir geben keine Bilder in ein fremdes Labor zum entwickeln, sondern drucken selbst. Für unsere Kunden heißt dies, keine Wartezeiten, egal wie groß das Bild ist. Das alles in einer Qualität die in jedem Labor ihres Gleichen sucht.

12. Wenn Sie Oberbürgermeister von Ulm wären, würden Sie ...
Peter Neher: 
... würde ich ganz schnell schauen wo ich den Ivo Gönner wieder herbekomme, da ich der Meinung bin, einen besseren Oberbürgermeister für Ulm gibt es nicht. Es wäre einfach keine gute Alternative, wenn ein Peter Neher OB wäre und ein Ivo Gönner Fotos machen würde ... ich denke jeder sollte das machen was er am besten kann.

13. Gibt es in ein paar Jahren den Beruf des Fotografen überhaupt noch?
Peter Neher: 
Da bin ich mir ziemlich sicher. Ich liebe große Städte und bin oft für ein paar Tage irgendwo in Europa unterwegs. Genau dafür habe ich mir eine kleine Fuji x10 gekauft. Es macht Spaß, einfach ein paar Schnappschüsse als Erinnerung zu haben. Das war's dann aber auch schon. Für alles andere braucht man Profis. Ein guter Fotograf ist in der Lage zu erkennen was sein Motiv ausmacht. Bewerbungsbilder, Business Shootings, oder Hochzeiten sind das beste Beispiel dafür. Eine Hochzeit muss emotional sein, darf nicht gestellt aussehen. Es gibt so viele Bilder mit weißem Himmel, obwohl dieser Blau war. Eine Braut deren Hochzeitskleid aus einer weißen Fläche besteht, ganz ohne Struktur, ein Bewerbungsbild, auf dem das lächeln nicht echt ist ... dies sind nur wenige Bespiele dafür. Vor kurzer Zeit hatten wir einen jungen Mann, den wir auf alt gestylt haben Auf der Parkbank sitzend, mit der Zeitung in der Hand, auf der zu lesen war: "Willst Du mit mir alt werden?". So etwas bekommt nur der Profi hin. Imagefilme die immer größere Popularität gewinnen, Webseiten die wir erstellen und das komplette Bildmaterial dazu liefern sind weitere Beispiele. Oft haben wir auch Kunden, die es aufgegeben haben, Ihr Passbild für den Führerschein selbst zu machen. Dies sind nur sehr wenige Beispiele dafür, dass professionelle Fotografen immer gebraucht werden. Zugegeben, diese müssen natürlich auch mit der Zeit gehen, Trends erkennen und sich selbst nicht für die wichtigsten halten. Aber genau hier unterscheidet sich der Profi vom Amateur.

14. Was wünschen Sie sich für die Zukunft, persönlich und global?
Peter Neher: 
Für mich persönlich würde ich mir wünschen, dass einfach alles so bleibt wie es ist. Das ist zwar ein wenig eine Standardantwort, aber aktuell fällt mir nicht mehr dazu ein. Den Bandscheibenvorfall den ich vor 3 Monaten hatte, darf gerne so schnell wie möglich wieder ausheilen, aber ich glaube da bin ich auf einem guten Weg. Global würde ich mir wünschen, dass die Banken aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Wir haben aktuell immer noch eine Bankenpolitik die geldgierig und raffgierig ist. Die Leute sind leider auch so erzogen worden, dass sie nichts dazu lernen müssen, was ich sehr schade finde. Unabhängig der Bankenkriese wäre die Welt vermutlich um einiges besser, wenn Leute aus ihren Fehlern lernen würden.
Wir bedanken uns herzlich bei Peter Neher für das freundliche Interview.