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Interview - Ulmate zu Besuch im RUNNERS POINT Ulm

RUNNERS POINT Ulm
Ulmate zu Besuch im RUNNERS POINT Ulm
  
Im Frühjahr 2010 eröffnete Oli Mienert als Franchisenehmer und Inhaber den RUNNERS POINT in Ulm, welchen er bis dato bekanntlich erfolgreich führt. Neben Laufschuhen findet ihr dort auch Textilien, Herzfrequenzmesser, Sporternährung und das dazu passende Zubehör. Getreu dem Motto "Life is running" und "Wir bewegen Menschen", berät euch der stets gut gelaunte Oli Mienert kompetent mit seinem Team zu allen Belangen des Laufsports.

1. Was gefällt Ihnen an Ulm besonders?
Oli Mienert: 
Die Donau, die gefällt mir sehr gut, es hat schon was wenn ein Fluss durch die Stadt fließt. Mein persönliches Highlight ist die einmal im Jahr stattfindende Laufnacht in Ulm. Gestartet wird in Blaustein, dann geht es einmal um Ulm herum und der Zieleinlauf ist dann wieder in Blaustein.

2. Drei Gründe warum Sie in Ulm sind?
Oli Mienert: 
Familie, Heimat und "Beruf"ung

3. Was wollten Sie schon immer gerne mal machen, sind aber leider noch nicht dazugekommen?
Oli Mienert: 
Ich habe einen großen Lauftraum, den ich mir zeitnah erfüllen möchte ... und zwar beim Comrades Ultramarathon in Südafrika mitzulaufen. Bei diesem Lauf finishen ca. 10.000 Teilnehmer. Der Zuschauerandrang ist enorm und lässt an vielen Stellen eine Atmosphäre wie bei einem Stadtlauf aufkommen.

4. Gibt es jemanden, den Sie gerne mal treffen würden?
Oli Mienert: 
Emil Zátopek hätte ich gerne noch zu Lebzeiten getroffen, leider weilt dieser nicht mehr unter uns. Er war ebenfalls Läufer und 3facher Olympiasieger. Bei den Europameisterschaften 1950 in Brüssel gewann er sowohl über 5.000 wie auch über 10.000 Meter die Goldmedaille. Eine noch lebende Person wäre Douglas Tompkins. Er ist der Gründer und Manager von „The North Face" und „Esprit" und ist inzwischen zum größten Privatgrundbesitzer in Chile aufgestiegen. 1990 verkaufte er seine Anteile der beiden Unternehmen für 250 Millionen Dollar und erwirbt seither in Patagonien riesige Gebiete, um Nationalparks zu schaffen. Später möchte er dieses Land dem Staat vermachen, allerdings mit der Auflage, dass dieses so erhalten bleibt, sprich keine Industrie etc. angesiedelt wird. Meiner Meinung nach hat dieser Mann eine sehr große Vision und scheint mit der Natur im Einklang zu sein. Vorbildlich sage ich da.

5. Welche Musik hören Sie gerne?
Oli Mienert: 
80ger Jahre, das ist meine Musik. Vor allem Metallica ... das wäre auch noch so ein Traum, dass ich mit meinen Jungs, die aktuell mit 5 und 7 noch etwas klein sind, noch auf ein live Metallica Konzert gehen könnte, so lange diese noch auf Tour sind. Ich hoffe die Band spielt noch ein paar Jahre *lacht* Ich erinnere mich gerade wieder dran, überall hat man das Metallica Logo mit sich rumgetragen, sei es auf Koffern gewesen die von Kumpels mit dem Logo bemalt wurden oder einfach diese Sticker, welche man sich auf die Jeansjacke aufgenäht hat ... ja, das waren noch wilde Zeiten, aber man denkt sehr gerne daran zurück *lacht* Motoparty im Gorki-Park mit ACDC oder Metallica ... das war eine geile Zeit *lacht*

6. Was wollten Sie als Kind werden?
Oli Mienert: 
Mit Sport wollte ich immer was machen. Nach Fussball und Tischtennis kam die Liebe zum Laufen-und mit der Unterstützung von Runners Point habe ich mein Hobby zum Beruf machen können.

7. Was bedeutet Glück für Sie?
Oli Mienert: 
Innere Zufriedenheit.

8. Ihr Motto für den Alltag:
Oli Mienert: 
Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe.

9. Wen oder was mögen Sie gar nicht?
Oli Mienert: 
Ich würde mir etwas mehr Gelassenheit wünschen, man ist heutzutage schon sehr getrieben, von der Technik angefangen bis hin zum eigentlich Leben selbst. Meiner Meinung wäre es sicherlich der richtige Weg, das ganze Leben etwas zu entschleunigen.

10. Wenn Sie Oberbürgermeister von Ulm wären, würden Sie ...
Oli Mienert: 
Ich kann das eigentlich nur allgemein zur Politik sagen. Ich denke es würde uns gut zu Gesicht stehen, wenn man jemanden hat, der die Dinge auf den Punkt bringen und die Wahrheit sagen darf, ohne befürchten zu müssen deswegen nicht gewählt zu werden. Ich denke wir leben mitunter schon in einer Scheinheiligkeit, so dass ein Politiker, z.B. durch die Medien, gar nicht die Wahrheit so auf den Punkt bringen kann wie er es gerne möchte. Gerade dadurch, weil dieses aktuelle Konstrukt der Politik dies alles gar nicht zulässt. Man gibt als Wähler oftmals alle Verantwortung nach der Wahl ab und sagt, okay, einmal in 4 Jahren bin ich da zum wählen ... und ich denke so ist auch die Politik gestaltet, dass diese mit allen Mitteln auch in 4 Jahren wieder gewählt werden wollen. Ich würde mir wünschen, dass man offen und ehrlich als Politiker seine Meinung äußern kann und auch Pläne für die nächsten 20-30 Jahre vorstellt, gerade auch was den Schuldenabbau angeht. Es werden immer noch Schulden gemacht anstatt diese zu tilgen. Auf den Punkt gebracht, es sollte nicht immer nur geschaut werden, wo kann man Geld z.B. durch Steuererhöhung herholen, sondern wo wird auch unnötig und sinnlos Geld ausgegeben. Die Ehrlichkeit sollte hierbei einfach die größere Priorität für einen Wahlerfolg haben, als haltlose Versprechen.

11. Was wünschen Sie sich für die Zukunft, persönlich und global?
Oli Mienert: 
Persönlich wünsche ich mir als erstes Gesundheit, Gelassenheit und innere Ruhe. Allgemein würde ich sagen, dass sich jeder am Abend bevor er einschläft, nochmal kurz darüber nachdenken sollte, wie gut es uns in Deutschland eigentlich geht. Oft wird gemeckert auf sehr hohem Niveau ... es ist zwar nicht alles Gold was glänzt, aber ganz ehrlich, wenn man die Probleme von uns mit Problemen in anderen Ländern vergleicht, und da muss man gar nicht mal so weit weg von Deutschland gehen, können wir uns wirklich glücklich schätzen.
Wir bedanken uns herzlich bei Oli Mienert für das freundliche Interview.