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Interview - Ulmate zu Besuch in der Schwarzen Henne

Schwarzen Henne
Ulmate zu Besuch in der Schwarzen Henne
  
Ingrid Bader und Joachim Hintz haben im Jahr 2001 mit viel Enthusiasmus nach einer kompletten Renovierung das Restaurant "Schwarzen Henne" als Pächter neu eröffnet. Individuelle Dekorationen, Candlelight-Dinner und vor allem kenntnisreiche Menü-Zusammenstellungen gehören zu den damaligen Neuerungen. Dabei steht die bodenständige deutsche Küche im Vordergrund. Im Innenbereich bietet das Restaurant 70 Plätze und im Außenbereich 50 Plätze für Gäste, inklusive Sonnenterasse.

1. Was gefällt Ihnen an Ulm besonders?
Joachim Hintz: 
Die Ulmer Altstadt und das Ulmer Münster.
Ingrid Bader: 
Ich finde es super, dass Ulm von den Menschen her wie ein Dorf ist. Wir beide Wohnen zusammen am Kuhberg und dort ist es eigentlich wie auf dem Land.

2. Drei Gründe warum Sie in Ulm sind?
Joachim Hintz: 
Ich selbst bin in Ulm geboren und in Merklingen aufgewachsen. Hier in Ulm habe ich auch damals meine Ausbildung als Koch gemacht und war danach viele Jahre in ganz Deutschland und im Ausland tätig. Darunter auf der MS Europa als Steward und in verschiedenen Sterne Hotels als Koch. Das Chewton Glen Hotel in England war eines der unglaublichsten Erfahrungen. Dieses Hotelanwesen hat einen eigenen Golfplatz inkl. Hubschrauberlandeplatz und ist weit abgelegen im New Forrest. In dieser Region darf man auch nur 40 Meilen fahren, da die Tiere dort grundsätzlich Vorfahrt haben.
Ingrid Bader: 
Ich bin in Aalen geboren und in Dornstadt aufgewachsen. Inzwischen arbeite und wohne ich auch direkt in Ulm.

3. Was wollten Sie schon immer gerne mal machen, sind aber leider noch nicht dazugekommen?
Joachim Hintz: 
Damals auf MS Europa war ich viel in der Welt unterwegs, in über 50 Ländern. Von dem her habe ich schon ziemlich viel von der Welt gesehen, allerdings war ich damals ja beruflich unterwegs und man hat nur die Appetithäppchen erleben können. Solche Reisen etwas auszuweiten würde mir sehr gefallen, aber dafür braucht man natürlich auch Zeit, die man leider mitten im Berufsleben nicht immer hat.
Ingrid Bader: 
Ich würde sehr gerne nochmals nach New York gehen. Wir beiden sind ja schon seit über 15 Jahren zusammen, aber noch nicht verheiratet. Vielleicht eine Hochzeitsreise dort hin, das wäre nicht schlecht.

4. Gibt es jemanden, den Sie unbedingt treffen möchten?
Joachim Hintz: 
Im Chewton Glen Hotel hat man bald täglich prominente Leute getroffen, das war damals schon fast normal. Von dem her wüsste ich jetzt niemanden speziellen, welchen ich gerne mal treffen wollte. Letztendlich ist es aber schon beeindruckend, was sich die "Reichen und Schönen" alles leisten können. Wenn Prinzen oder Schaichs einfach so mit dem Hubschrauber nachmittags zum Kuchenessen ins Chewton Glen Hotel kommen und dann ihre Reise fortsetzen.

5. Welche Musik hören Sie gerne?
Joachim Hintz: 
Dies ist eigentlich ganz breit gefächert, grundsätzlich aber schon flottere Musik. Hin und wieder darf´s aber auch gerne etwas klassisches sein.
Ingrid Bader: 
Ich selber höre sehr gerne Shakira und artverwandtes, da ich unter anderem auch sehr gerne Bauchtanz mache.

6. Dieses Buch sollte jeder gelesen haben:
Joachim Hintz: 
Das Buch "Der Medicus" haben wir beide gelesen und finden es wirklich toll. Es ist wirklich eine faszinierende Reise zurück in die Zeit des Mittelalters. Auch gerade wie Ärzte damals agiert haben. Am besten sollte man das Buch einfach einmal selber lesen, um sich in diese spannende Epoche reinversetzen zu können.

7. Was wollten Sie als Kind werden?
Joachim Hintz: 
Seit dem fünften Lebensjahr wollte ich eigentlich immer Koch werden. Ich selbst bin ja im familieneigenen Hotel aufgewachsen. Inzwischen leitet dieses Hotel mein Cousin, das „Hotel Ochsen“ in Merklingen.
Ingrid Bader: 
Früher hätte ich mir sehr gut vorstellen können, etwas handwerkliches zu machen, wie Schreiner oder Tischler. Allerdings war das zur damaligen Zeit in der Allgemeinheit eher als Männerberuf angesehen und wurde deswegen nicht weiter gefördert.

8. Was bedeutet Glück für Sie?
Joachim Hintz: 
Zeit für die Familie und für unsere Sohn, das ist einfach toll wenn man das hat. Gerade in der Gastronomie ist es üblich in Doppelschichten zu arbeiten, wo wenig bis keine Zeit für die Familie bleibt. Das haben wir glücklicherweise sehr gut regeln können und nehmen uns auch die entsprechende Zeit für ein schönes Familienleben.

9. Ihr Motto für den Alltag:
Joachim Hintz: 
Begeisterte Gäste zu haben, das ist unser tägliches Ziel. Gutes Essen, gepflegtes Ambiente und nettes Personal, da fühlen sich die Leute wohl. Wenn ich da in die Vergangenheit schaue, wo tagtäglich übertriebener Perfektionismus gelebt wurde, da kippt das Arbeitsklima sehr schnell, da kein normaler Mensch jeden Tag Doppelschichten mit 200% Druck und 1000% Perfektion auf Dauer durchhalten kann.
Ingrid Bader: 
Seit wir selber Chefs sind, achten wir sehr darauf, dass unsere Angestellten ein angenehmes Arbeitsklima haben, auch wenn sich in Hochzeiten Stress nicht vermeiden lässt.

10. Wen oder was mögen Sie gar nicht?
Joachim Hintz: 
Am Schwörmontag fand ich damals die Reduzierung der Öffnungszeiten auf 23 Uhr etwas arg knapp. Inzwischen wurde die Sperrzeit ja wieder um eine Stunde erhöht. Ich denke mit 0 Uhr können alle gut Leben. Die Stadt hatte ja auch damals ihre Gründe, diese Maßnahmen durchzuführen.

11. Wenn Sie Oberbürgermeister von Ulm wären, würden Sie ...
Joachim Hintz: 
Die Fußgängerzone in Ulm könnte man etwas schöner gestalten, die finde ich allgemein etwas trist. In Günzburg finde ich die Innenstadt etwas schöner, da hat man irgendwie mehr Lust sich irgendwo hinzusetzen. Heißt also, die Hirschstraße und Bahnhofstraße könnte man mal in Angriff nehmen. Ich selber bin auch gespannt, was mit den Sedelhöfen passieren wird und vor allem was mit dem restlichen Ulm passieren wird, wenn man einen zentralen Einkaufspunkt direkt am Bahnhof erstellen will.

12. Was wünschen Sie sich für die Zukunft, persönlich und global?
Joachim Hintz: 
Gesundheit steht natürlich an oberster Stelle. Beruflich und privat soll es so weiterlaufen wie bisher. Natürlich wollen wir auch unseren Sohn aufwachsen sehen und dies auch noch viele Jahre. Global wünsche ich mir, dass wir von einem weiteren Krieg verschont bleiben und auch die ganzen Kriege in der Welt endlich ein Ende nehmen. Ich verstehe es nicht wirklich, warum es in der heutigen Zeit noch so viele Kriege geben muss, und wenn mal Frieden ist, wieder jemand einen anzetteln muss. Hoffen wir mal, dass die Menschheit nach und nach immer schlauer wird, und irgendwann alle kapieren, dass Kriege keinen Sinn machen. Wenn alle Frieden haben wollen, dann sollte man es doch auch irgendwie hinbekommen.

13. Was waren die Meilensteine in der Schwarzen Henne
Ingrid Bader: 
Wir haben damals eigentlich relativ einfach angefangen mit schwäbischer Küche, inzwischen sind Steaks und auch vegetarische und vegane Gerichte dazugekommen. Die Gerichte entwickeln sich immer weiter. Solange wir weiterhin sehr gutes Feedback von den Gästen bekommen, wissen wir auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

14. Wie sieht die Zukunft der Schwarzen Henne aus?
Joachim Hintz: 
Geplant sind auch wieder Outdoor Feste in der Baurengasse am Schwörmontag, welche wir vor Jahren schon einmal gemacht haben. Dies war immer eine tolle Sache mit Livebands und Getränkeausschank. Natürlich ist man bei so einer Aktion immer auf gutes Wetter angewiesen, von dem her muss so ein Straßenfest gut geplant und kalkuliert werden. Als Partner hatten wir immer die Bierakademie, welche direkt gegenüber von uns ist. Des weiteren versuchen wir auch immer mehr regionale Produkte einzukaufen, soweit dies möglich ist. Nicht jeder Gaumenschmaus wird auch in der Region angebaut oder ist hier direkt erhältlich, z.B. unsere Spezialität das US-Beef. Natürlich hat Qualität immer die oberste Priorität. Aber im Einklang mit der Region zu bleiben ist uns sehr wichtig, deswegen muss man hin und wieder doch einen ziemlichen Spagat machen, damit die Gäste und die regionalen Anbieter zufrieden sind. Wir freuen uns auf alle fällen weiterhin über viele Gäste, welche wir von unserem leckeren Angebot überzeugen dürfen.
Wir bedanken uns herzlich bei Joachim Hintz und Ingrid Bader für das freundliche Interview.